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Die Fundstellen

Fundstelle 1

Esbeck, "Nachtwiesenberg", 10.500 qm (1981/82) Bandkeramischer Siedlungsplatz: Erdwerk mit doppelter Grabenbefestigung von ca. 1,7 ha, mind. 6 Hausgrundrisse, Siedlungs- und Pfostengruben, Kindergrab

(Infans I/ca. 1 Jahr) mit 2 Tongefäßbeigaben; Hockergrab der Glockenbecherkultur (ca. 40jähriger Mann mit Kind) mit Kupferdolchbeigabe

 

Fundstelle 2

Esbeck, "Kakelsberg"

Frühbandkeramischer und Rössener Siedlungsplatz

 

Fundstelle 3

Esbeck, ca. 52.000 qm (1983)

Bandkeramischer Siedlungsplatz: 1 Hausgrundriß

(ca. 18 x 7 m), Siedlungsgruben; Siedlungsplatz der Rössener Kultur ohne Spuren von Wohn-/Wirtschaftsgebäuden;

Hütte (?) der Ammenslebener Gruppe; Grube der Einzelgrabkultur

 

Fundstelle 6

Schöningen, ca. 20.000 qm (1984)

Siedlung der Aunjetitzer Kultur: 2 Pfostenhäuser,

1 Doppelbestattung, 2 einzelne Hockerbestattung eines Mannes bzw. einer Frau o. datierende Beifunde

 

Fundstelle 7

Esbeck/Schöningen, ca. 31.000 qm (1984/85)

Siedlungsplatz der Rössener und der Bernburger Kultur:

0,25 m breites Palisadengräbchen (auf 60 m Länge),

4 NNW-SSO-ausgerichtete Hausgrundrisse (1 schiffs-,

3 trapezförmige), 1 Ofenanlage und Siedlungsgruben der Rössener Kultur; Siedlungsgruben mit Keramik der Bernburger Kultur

 

Fundstelle 8

Schöningen, ca. 4.500 qm (1984)

Grabhügel mit 2 Nachbestattungen o. Beigaben sowie mehr als 20 Brandbestattungen in der näheren Umgebung (mehrheitlich Urnengräber) der vorrömischen Eisenzeit

 

Fundstelle 9

Schöningen, ca. 22.000 qm (1985)

Gruben der Schöninger Gruppe und der frühen Trichterbecherkultur sowie der späten Bronze-/frühen Eisenzeit

 

Siedlungsbefunde (Gruben, Herdstellen, 1 Hausgrundriß,

1 Grab) unterschiedlicher Zeitstellung: Schöninger Gruppe, frühe Trichterbecherkultur, jüngere Trichterbecherkultur (Tiefstichkeramik) und Baalberger Kultur

 

Fundstelle 10

Schöningen, ca. 31.450 qm (1985/2002)

Siedlungsbefunde der Ammenslebener Gruppe der Schönfelder Kultur: 1 Hausgrundriß von 25 x ca. 5 m,

1 Palisadengräbchen, auf 50 m verfolgt (Erstbefunde!), Siedlungsgruben; 2 Bestattungsbefunde der Aunjetitzer Kultur; mehrere Vierpfostenspeicher, Herdstellen und Siedlungsgruben der frühen Eisenzeit

 

Fundstelle 11

Schöningen, ca. 53.000 qm (1986/87)

Siedlungs- und Grabbefunde verschiedener Zeitepochen:

1 Hausgrundriß der Rössener Kultur (?); Siedlungsgruben und 1 Hockerbestattung der Rössener Kultur, zwei parallel verlaufende Palisadengräbchen; Brandgrab und Gruben (mit Briquetage-Beleg?) der Ammenslebener Gruppe; Hockergrab der Aunjetitzer Kultur

 

Fundstelle 12

Schöningen, ca. 22.000 qm (1986/87)

2 Einzelgräber der Aunjetitzer Kultur

 

Der altpaläolithische Fundplatz Schöningen 12

Schöningen, > 150 qm (ab Frühjahr 1992)

Zuordnung: Schöningen II, Reinsdorf-Interglazial

Folge 1-5 (Mudde-Torf), biostratigraphischer Erstbefund

Funde/Befunde:

a) Fundschicht 1 (12-1), > 150 qm

 

Feuersteinartefakte

4 ausgewitterte Aststücke der Tanne (Abies alba) mit Schnittkerben, Länge 113-322 mm (Klemmschäfte für Feuersteinartefakte?)

> 1000 Großsäuger-/Jagdbeutereste (Palaeoloxodon-antiquus-Fauna):

Waldelefant, Waldnashorn (Stephanorhinus kirchbergensis), Bär, Pferd (Equus mosbachensis), Rothirsch (Cervus elaphus), Reh (Capreolus capreolus), Auerochse (Ur), Biber (Castor fiber) und Altbiber (Trogontherium cuvieri); Reste von Reptilien, Kleinsäugern (Arrvicola-cantiana[= Schermaus]-Trogontherium-cuvieri-Assoziation), Vögeln und Käfern

Zahlreiche Holz- (Erle, Kiefer, Tanne, Weide, Holunder, Hasel, Gagel, Eibe, Ulme) und Pflanzenreste

 

b) Fundschicht 2 (12-2), ca. 30 qm

 

Feuersteinartefakte

Jagdbeutereste

Feuerstelle (verbrannte Hölzer)

 

Fundstelle 13

Schöningen, ca. 30.000 qm (1988/89)

Mittelneolithisches Erdwerk mit Doppelgraben (über 400 m verfolgt) und 10 m breiter Toranlage; reich ausgestattetes, ehemals mit Holz verbautes Hockergrab (Erwachsener mit Kind) der Kugelamphorenkultur; Siedlungsbefunde der Schönfelder Kultur/Ammenslebener Gruppe; 6 Körpergräber; Hausgrundriß und Pferdebestattung der jüngeren Bronzezeit; Back- oder Darrofen der Zeit um Christi Geburt

 

Fundstelle 13/I

(ab Juni bis 9. September 1994)

Zuordnung: Schöningen I, Holstein-Interglazial?

Funde/Befunde:

a) Fundschicht 1 (13/I-1), 120 qm

 

Kleinformatige Werkzeuge und Silex-Abschläge

Verbrannte (craquelierte) Feuersteine (Trümmer und Artefakte)

Faunenreste: Steppenelefant/Mammut (Mammuthus trogontherii), Rind, Pferd und Rothirsch (Cervus elaphus)

b) Fundschicht 2 (13/I-2), 324 qm

Faunenreste: Bison

 

Fundstelle 13/II

Schöningen, ab 12. September 1994

Zuordnung: Schöningen II, Reinsdorf-Interglazial

 

Verlandungsfolge 4 ("Speer-Horizont")

Fläche: ca. 3.638 qm (bis Ende 2004)

Funde/Befunde:

 

10/94: Zweiseitig zugespitztes Wurfholz (L.: 0,78 m) aus Fichte (Picea sp.)

Seit Herbst 1995: 8 Holzspeere (Längen: 1,82-2,5 m) aus Fichte

Feuersteinartefakte (Spitzen, retuschierte Schaber), Retuschierabfälle (weiche Schlagtechnik)

> 15.000 Jagdbeutereste: Wildpferd (allein 19 komplette Schädel!), daneben Wisent, Rothirsch, Wildesel

Feuerstelle (belegt durch Rotfärbung und Rissigkeit der Mudde)

Verlandungsfolge 3

Fläche: ca. 466 qm (bis Ende 2004)

Funde/Befunde:

 

Feuersteinartefakte

Großsäugerreste (Waldnashorn, Wisent, Wildpferd)

Hölzer, z. T. angekohlt

 

Verlandungsfolge 2

Fläche: ca. 468 qm (bis Ende 2004)

Funde/Befunde:

 

Feuersteinabspliss

Großsäugerreste

Hölzer der Ufervegetation

 

Verlandungsfolge 1 (Klimaoptimum, entspricht Fd.St. Schöningen 12)

Fläche: ca. 422 qm (bis Ende 2004)

Funde/Befunde:

 

Wenige Feuersteinartefakte und -abschläge (u. a. ein Schaber)

Faunenreste (u. a. Wildpferd, Altbiber/Trogontherium cuvieri, Schildkröte/Emys orbicularis sowie Kleinfossilien)

Zahlreiche, z. T. angekohlte Hölzer, Baumstubbenrest

 

Fundstelle 15

Schöningen, "Fährberg", > 18.600 qm (2000/01)

Band keramische Siedlungsgrube (mit Gefäßresten, Feuerstein artefakten und Mahlsteinbruchstück); Siedlungsbefunde der Kugelamphorenkultur, der Schönfelder Kultur sowie der jungneolithischen Bernburger Kultur mit zahlreichen Funden (u. a. Keramik, Hüttenlehm, Steinartefakte, Knochengeräte, Tierknochen); 6 Hockergräber der Glockenbecherkultur (?), darunter eine Kinderbestattung; Gräberfeld der (frühen?) Aunjetitzer Kultur (mind. 15 Gräber) mit N-S orientierten Hockerbestattungen (in einem Grab Beigabe eines Lanzettdolches); metallzeitliche Siedlungsgruben

 

Quellen: H. Thieme & R. Maier (Hrsg.), Archäologische Ausgrabungen im Braunkohlentagebau Schöningen, Landkreis Helmstedt

(Hannover 1995) passim; Fundchronik Niedersachsen (Beihefte der Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte/NNU).

 

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